Immer wieder konfrontieren mich Barfer mit der Frage, soll ich Vitamine dazugeben? Reicht es meinen Hund nur mit natürlichen Lebensmitteln zu füttern oder ist ein Vitaminzusatz von Nöten?

Zugabe Barf Vitamine sinnvoll oder Unsinn?

Für mich ist immer die Grundlage meiner Denkensweise der Wolf in freier Wildbahn. Würdest du deinen Hund auswildern, wo findet er künstiliche Vitamine und Mineralstoffe? Wo wachsen sie, am Baum, in der Erde? Spass bei Seite. Ein ausgewildeter Hund würde sich ein Beutetier fangen, z.B. ein Huhn, ein Hase, eine Maus, welches er vermutlich mit Haut und Haar ganz verspeist. Zusätzlich wird er sich wahrscheinlich noch von Früchten, Gemüse, Nüsse und Beeren ernähren, wenn sein Magen knurrt oder er Bedarf danach verspürt. Vitamine in künstlicher Form gibt es in der Natur nicht. Deshalb nehmen wir mal an, dass der Hund über das gefangene und aufgenommene Futter genügend Nährstoffe bekommt.

Aber was macht den Unterschied zwischen unseren gezüchteten Haushunden und Tieren in freier Wildbahn?

  1. Wir ernähren unsere Hunde mit Barf, füttern aber nicht alle Teile des Tieres
  2. Unsere 4-Beiner leben zu 90% im Haus und bekommen wenig Sonnenlicht ab
  3. Das Fleisch, welches wir verfüttern stammt meist aus einem Schlachthof von schnell gezüchteten Tieren, die selbst nie die Sonne gesehen haben und auch mit Mastfutter großgezogen wurden

Was können wir daraus bezugnehmend auf die Vitamin schließen?

  1. Da wir keine ganzen Beutetiere verfüttern, lassen wir auch in der Barf Ernährung die Schilddrüse weg, dies bedeutet Jod fehlt meistens.
  2. Unsere Hunde verbringen die meiste Zeit im Haus, deshalb kann ein Vitamin D Mangel erahnt werden.
  3. Wir füttern meist keine wildlebenden Tiere, dadurch bekommt der Hund bei der Fütterung von “Schlachthoffleisch” auch zu wenig Vitamin D, weil die geschlachteten Tiere meist schnell gezüchtet wurden und keine Sonne bekommen haben. Das Fleisch dieser Tiere enthält dadurch weniger Vitamin D. Auch Omega 3 ist vermindert in diesem Fleisch enthalten.

Vitamine als Zusatz

Vitamine in der Barf Ernährung zu ergänzen, aber bitte natürlich!

Ich selbst bin kein großer Fan von fertigen Vitamin Mischungen. Denn ich lege, wie in jedem Bereich, mein Bewusstsein auf die Individualität. Fehlt es an Vitamin D, möchte ich Vitamin D füttern. Benötige ich Jod, dann bekommt mein Hund auch nur diese. Bei den handelsüblichen Vitamin- Mineralstoffkomplexen handelt es sich um wahre Cocktails, welche nicht immer gut sind. Denn eine Überversorgung kann auch schnell einen Mangel oder gar eine Krankheit erzeugen, dies sollte einem bewusst sein. Welche Vitamine ein Hund benötigt, kannst du detailiert hier lesen.

 

Wie führe ich meinem Hund natürliche Vitamine in der Barf Ernährung zu?

  1. Jod: Seealgen eignen sich hervorragend. Beachte immer die Empfehlung auf der Verpackung des Herstellers!
  2. Vitamin D: Lässt sich wunderbar mit der Fütterung von Seefisch erziehlen oder mit gerinen Mengen Lebertranöl. Hier bitte auch die Anweisungen des Herstellers beachten.
  3. Omega 3 bekommen wir aus einer natürlichen Quelle indem wir mehr Fleisch aus Weidetierhaltung füttern und Fischöl (Wildlachsöl) oder Leinöl ins Futter geben. Aber auch bei Ölen immer in Maßen, damit es zu keiner Übervitaminisierung kommt.

 

Was schließen wir daraus?

Mein Fazit, wenn man die Grundlagen der Barf Ernährung verstanden hat und seinen Hund eine ausgewogene Mahlzeit mit den tierischen und pflanzlichen Komponenten bietet und diese mit natürlichen Zusätzen anreichert, kann man davon ausgehen, dass der Hund bestens versorgt ist.

Nüsse, Körner und Samen bieten dem Hund ebenso eine super Nährstoffbombe. Du kannst sie wunderbar in die täglichen Mahlzeiten integrieren. Nüsse sin hervorragende Lieferanten an Vitaminen, hochwertigen Fetten und liefern noch dazu nötige Ballaststoffe um den Darm in Schwung zu halten.

Bei der Zugabe von Kräutern muss ich immer wieder das Sprichwort “Für jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen” erwähnen! Kräuterchen sollten immer gezielt eingesetzt werden, nie täglich und einfach so, weil es dem Hund gut tun kann. Es sind natürliche “Heilmittel”, sie unterstützen positiv unsere Gesundheit. Deshalb gehe mit Bedacht und Sorgfalt damit um. Wende sie als Kur an und setze sie nur bei wirklichen Bedarf ein. Z.B. Kräutermischungen für die Wurmprophylaxe oder Gelenkskräuter zur Unterstützung usw.

Solltest du einzelne Komponenten, aufgrund Unverträglichkeiten, wie z.B. Knochen nicht verfüttern, sollten diese natürlich auch ergänzt werden wie z.B. mit Knochenmehl oder Eierschalenpulver usw.

Bedenke auch immer:

Jeder Hund ist ein Individuum und meine Sichtweise kann nicht verallgemeinert werden. Deshalb solltest du bei Unsicherheiten immer einen Tierarzt deines Vertrauens um Rat bitten. Auch eine individuelle Ernährungsberatung, auf deinen Hund abgestimmt, wirkt sich positiv aus.

Vitamin SmoothieDie Vitamin Versorgung unserer Hunde und von uns selbst können wir, neben gesunder Ernährung, auch positiv beeinflussen durch:

  • Hochwertige, regionale und saisonale Produkte
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Durch tanken von Sonnenlicht
  • Reduzierung von Stress
  • Liebe und Zuwendung
  • und durch alles was uns gut tut!

In diesem Sinne, hoffe ich, dass ich euch die Frage Zugabe von Vitaminen beim barfen sinnvoll oder nicht, aus meiner Sichtweise beantworten konnte. Wenn du noch mehr über Barf erfahren möchtest, dann hol dir das Barf Buch von Nadine Wolf und Swani Simon.

 

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