Eine Futterumstellung ist für den Körper des Hundes immer ein belastende Herausforderung. Bei der Umstellung von Trockenfutter auf rohe Komponenten ist die Verdauung auf die vermehrten Kohlenhydrate und die trockenen Komponenten eingestellt und die Magensäure für die Verdauung von Fleisch wird noch nicht gebildet.

Umstellung auf Barf  – gib deinem Hund Zeit!

Je länger Trockenfutter gefüttert wurde, desto länger und schwieriger wird es für den Hund, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen. Die Umstellung von gekochtem Futter oder Fleischdose auf rohes Futter ist es für den Organismus leichter, die Verdauungsprozesse passen sich schneller an.

Ebenso ist die Komponente Rohfleischknochen in der Barf-Ernährung für den Hund schwer zu verdauen, wenn er es nicht gewöhnt ist “echte Knochen” zu fressen.

Es dauert und der Hundekörper benötigt Zeit, sich auf die neue Nahrung einzustellen. Die Verdauungsprozesse müssen erst angepasst werden. In der Umstellungsphase kann es deshalb zu Durchfällen, schleimigen Kot, Verstopfung oder gar zu Erbrechen kommen.

Wenn du eine Umstellung auf Barf geplant hast, dann solltst du Schritt-für -Schritt vorgehen

Gerade auch bei der Knochenfütterung musst du deinen Hund viel Zeit geben und ihn langsam heranführen.

Bedenke immer, dein Hund ist ein Individuum, und auch die Umstellung sollte auf deinen Hund abgestimmt vorgenommen werden. Biete deinen Hund Zutat für Zutat an und stelle nicht alle Komponenten auf einmal um. Die Umstellungsphase kann mehrere Wochen dauern. Durchschnittliche Erfahrung ist ca. 14 Tage. Es gibt auch Hunde, die das barfen ganz und gar nicht vertragen, gerade wenn sie älter sind und schon Jahrelang nur Trockenfutter erhalten haben. Überlege dir gut, ob du deinem Hund wirklich was Gutes tust und ihm im Seniorenalter einer Belastung aussetzt, wenn er mit seinem Futter gut zurecht kommt.

Gerade Hunde, die sich mit rohen Komponenten wie Fleisch und Knochen schwer tun, kann gekochtes Fleisch angeboten werden und die Knochen durch Knochenfleischmehl ersetzt werden.

Für Junghunde und besonders Welpen ist die Umstellung sehr oft wirklich einfach. Sie vertragen das rohe Futter gut und können sehr gut mit den neuen Komponenten umgehen. Jedoch solltest du auch dort darauf achten, das Fleisch am Anfang faschiert anzubieten und darauf achten, dass du wirklich nur weiche Knochen wie z.B. Hühnerhälse fütterst.

Die Umstellung in 4 Stufen

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das Mischen von Trockenfutter und frischen Komponenten, bzw. das Ausschleichen nicht wirklich sinnvoll ist. Besser ist, den Hund wenn es möglich ist, mal einige Stunden fasten lassen und dann damit zu beginnen, Faschiertes Muskelfleisch mit wenig Fettanteil und Karottenmus anzubieten. Wenn der Hund dein Futter nicht akzeptiert, kannst du das Fleisch leicht anbraten oder mit heißem Wasser etwas überbrühen. Diesem Geruch kann fast kein Hund wiederstehen.

Hat der Hund die Mahlzeit gut angenommen und ohne Probleme verdaut, kannst du am nächsten Tag Pansen grün dazufüttern. Hat auch dies gut funktioniert, gibst du am darauf folgenden Tag Innereien dazu. Bitte nicht zu viele, denn Hunde bekommen meist davon Durchfall. Die Innereien sollten auch faschiert sein, so kannst du sie leicht unter das andere Fleisch mischen.

Verzichte in der Umstellungsphase auf Zusätze, Kräuter, Öle usw.  Wenn der Hund schon nach Stufe III Durchfälle bekommt oder dir irgendwie etwas komisch vorkommt, dann beginne wieder mit Stufe I. Machst du dir ernsthafte Sorgen, dann suche eine Tierarzt auf. Auch Ernährungsberater stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Gerne begleite ich dich bei der Barf Umstellung.

Läuft alles nach Plan, d.h. hat der Hund das Fleisch, das Gemüse, den Pansen und die Innereien gut vertragen und angenommen, dann kommen die Knochen dazu. Aber Vorsicht, weiche Knochen mit 50% Fleischanteil. Es sollten rohe fleischige Knochen sein z.B. Hühnerhälse, Hühnerflügel, Knochenpastwürstchen usw. Keinesfalls große harte Knochen oder gekochte! Beaufsichtige deinen Hund auch stets bei der Knochenfütterung, damit es zu keiner Verletzung kommt. Füttere die Knochen stets separat von den anderen Komponenten und am besten Vormittags, dann ist die Verwertung besser gewährleistet. Fange mit kleinen Mengen an. Sollte der Hund Knochenkot haben (weißer Kot) dann lieber weniger Knochen und durch Knochenmehl ersetzen.

Gratuliere! Die größte Hürde der Umstellung ist geschafft!

Nun kannst du beginnen, langsam Kräuter, Algen, Obst, Öle, Eier oder Milchprodukte dazuzugeben. Aber immer mit Bedacht und keine Cocktails, sondern einzeln und mit Sinn. Sollte eine Zutat Probleme machen, dann versuch die Menge zu reduzieren oder lasse sie weg bzw. ersetze sie durch etwas anderes.

Du wirst beobachten, dass dein Hund aufgrund der frischen Zutaten fast keinen Bedarf an Wasser mehr hat. Er trinkt deutlich weniger als bei der Trockenfütterung, da die Komponenten sehr viel Wasser enthalten.

Wenn du merkst, dass dein Hund Symptome aufweisse, wie Schuppen, Juckreiz, rote Stellen oder Haarausfall kann eine Unverträglichkeit von Zutaten der Grund sein. Versuche eine Ausschlussdiät und wenn die Symptome nicht verschwinden, dann gehe bitte zum Tierarzt und lass deinen Futterplan überprüfen.

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